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Neu bei Andreas Schmid: Thomas Schledorn stellt sich vor

Thomas Schledorn (Bildquelle: Andreas Schmid Group)

Mit Thomas Schledorn hat zu Beginn dieses Jahres ein ausgewiesener Logistikexperte die operative Verantwortung bei der Andreas Schmid Group übernommen. Im Interview spricht er über seine Motivation, strategische Schwerpunkte und die Herausforderungen eines mittelständischen Logistikunternehmens in volatilen Zeiten. Dabei geht es um Effizienz, Digitalisierung und Nachhaltigkeit ebenso wie um Qualitätsanspruch, partnerschaftliche Zusammenarbeit und die Frage, was Erfolg in der Logistik heute wirklich bedeutet.

Herr Schledorn, was hat Sie an der Andreas Schmid Group und Ihrer neuen Aufgabe besonders gereizt?

Die Andreas Schmid Group ist eine Marke im deutschen Stückgutmarkt. Nicht nur als absoluter Platzhirsch im Großraum Augsburg, sondern auch als einer der IDS Gesellschafter mit einer langjährigen Unternehmensgeschichte, hat das Unternehmen eine große Strahlkraft. Hier die Chance zu bekommen die operative Verantwortung zu übernehmen, das Unternehmen zur 100 Jahr-Feier zu begleiten und es weiter zukunftssicher aufzustellen, ist natürlich eine besondere Ehre und großartige Chance.

Welche beruflichen Stationen haben Sie geprägt – und welche Erfahrungen bringen Sie für Ihre neue Verantwortung mit?

Die prägendste Zeit war mit Sicherheit bei DB Schenker. Hier habe ich die erste Führungserfahrung - erst im kleineren und später dann im größeren - übernehmen dürfen. In dieser Zeit habe ich viel über das deutsche und europäische Stückgutgeschäft gelernt und erfahren, wie wichtig ein einheitlicher Auftritt beim Kunden sowie eine effiziente und optimierte Produktion für den Unternehmenserfolg sind. Dier erste P&L Verantwortung konnte ich dann bei Cargo-Partner und später - nach der Akquisition – bei Nippon Express übernehmen. All diese Stationen haben mir geholfen, die notwendigen Erfahrungen zu sammeln, um bei Andreas Schmid nun die Gesamtverantwortung zu übernehmen.

Welche Bereiche möchten Sie kurzfristig stärken – und wo planen Sie strukturelle Weiterentwicklungen?

Kurzfristig beschäftigen wir uns bei Andreas Schmid stark mit dem Thema Digitalisierung: von Bots und Robotic Process Automation (RPA) -Anwendungen, die bereits im Einsatz sind, bis hin zu Projekten wie einer automatisierten Disposition, die gerade in einer Projektphase sind. Diesen Bereich gilt es weiter zu stärken und zu fördern, um unser Unternehmen auch für die nächsten 100 Jahre zukunftsfähig aufzustellen.

Wie stellen Sie sicher, dass operative Exzellenz bei gleichzeitig hoher Flexibilität gewährleistet bleibt – gerade im mittelständischen Umfeld in volatilen Zeiten?

Genau in dieser Balance liegt die besondere Stärke der Andreas Schmid Group. Wir arbeiten mit klar strukturierten, effizienten Prozessen und steuern unser Geschäft auf Basis belastbarer Kennzahlen. Gleichzeitig ermöglichen uns unsere Unternehmensgröße, unsere langjährige Erfahrung und unsere familiär geprägte Kultur kurze Entscheidungs- und Kommunikationswege sowie eine hohe Eigenverantwortung an den Standorten. Diese Kombination versetzt uns in die Lage, auch individuelle Lösungen abseits des Standards anzubieten – ohne dabei Kompromisse bei der Qualität einzugehen.

Welche Besonderheiten prägen die Region Bayerisch-Schwaben im Stückgutgeschäft?

Bayerisch-Schwaben zeichnet sich durch eine starke mittelständische Industrie, eine hohe Exportorientierung und eine breite Branchenvielfalt aus. Daraus resultieren sehr heterogene Sendungsstrukturen und entsprechend hohe Anforderungen an Flexibilität und Taktung. Gleichzeitig ist die Region hervorragend in die europäischen Verkehrsnetze eingebunden, was sie zu einem äußerst attraktiven Standort für internationales Stückgut macht. Nicht zuletzt betreiben wir hier eines der größten Stückgutterminals Süddeutschlands, das wir bewusst als „Europe Gateway“ – als Tor nach Europa – positionieren.

Welche Rolle spielen IoT, Automatisierung, RPA und KI konkret für die operative Effizienz?

Als mittelständisches Unternehmen setzen wir sehr gezielt auf Technologien, die einen klaren Mehrwert schaffen. Es geht nicht darum, jedem Trend zu folgen, sondern die richtigen Hebel zu identifizieren. Unser RPA-Team automatisiert bereits seit mehreren Jahren erfolgreich repetitive administrative Prozesse. Darüber hinaus testen wir aktuell ein automatisiertes Dispositionstool und setzen Robotik im Lager dort ein, wo sie operativ sinnvoll ist. Unser Ansatz ist dabei stets pragmatisch und kundenorientiert: Technologie dient der Effizienz – und letztlich der Servicequalität.

Wie gelingt es Ihnen, digitale Innovationen nicht nur technologisch einzuführen, sondern auch kulturell im Unternehmen zu verankern?

Der entscheidende Faktor ist die konsequente Einbindung unserer Mitarbeitenden. Wir setzen auf transparente Kommunikation, praxisnahe Schulungen und Pilotprojekte, die schnell konkrete Mehrwerte aufzeigen. Digitalisierung darf kein Selbstzweck sein – sie muss den Arbeitsalltag spürbar verbessern. Mit unserem Ideenmanagement „IDE.AS“ schaffen wir zudem eine Plattform, auf der Mitarbeitende eigene Vorschläge zu Automatisierung und Digitalisierung einbringen können. Das stärkt die Identifikation und sorgt für ein hohes Maß an Akzeptanz und Umsetzungskraft.

Welchen Stellenwert hat das Stückgutgeschäft für die Andreas Schmid Group – auch mit Blick auf die Zusammenarbeit im IDS Netzwerk?

Das Stückgutgeschäft ist unser „Brot-und-Butter“-Geschäft und macht rund ein Drittel unseres Umsatzes aus. Umso wichtiger ist für uns die Zusammenarbeit im IDS Verbund. Dieses Netzwerk ist ein zentraler Erfolgsfaktor, um unseren Kunden flächendeckend zuverlässige und wettbewerbsfähige Lösungen im größten Stückgutnetz Deutschlands anbieten zu können.

Inwiefern trägt der regelmäßige Austausch auf Gesellschafter- und Operativebene zur Qualität und Stabilität im IDS Netzwerk bei?

Der Austausch im Netzwerk ist geprägt von hoher Offenheit und einem gemeinsamen Anspruch an Qualität. Gleichzeitig wird der Status quo immer wieder konstruktiv hinterfragt. Genau daraus entstehen wichtige Impulse für die Weiterentwicklung. Gerade im Stückgutnetz sind Vertrauen und Verlässlichkeit zwischen den Partnern entscheidend – und dieser enge Dialog trägt maßgeblich dazu bei, beides nachhaltig zu sichern.

Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Wo steht die Andreas Schmid Group heute – und welche Ziele verfolgen Sie für die kommenden Jahre?

Ein wichtiger Meilenstein ist unsere EMAS-Zertifizierung, durch die wir eine umfassende Transparenz über unsere Umweltkennzahlen geschaffen haben. Darauf aufbauend setzen wir gezielt verschiedene Nachhaltigkeitsmaßnahmen um. Ein konkretes Beispiel ist die Investition in unsere ersten E-Lkw. Unser Anspruch ist es, Lösungen umzusetzen, die sowohl ökologisch sinnvoll als auch wirtschaftlich tragfähig sind. Im Laufe des Jahres werden wir zudem erstmals einen umfassenden Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen.

Qualität im Stückgut beginnt im Umschlag und auf der letzten Meile. Wie gewinnen und binden Sie qualifizierte Fachkräfte – und wie begegnen Sie dem anhaltenden Fahrermangel?

Wir setzen auf langfristige Mitarbeiterbindung durch Entwicklungsmöglichkeiten und eine wertschätzende Unternehmenskultur. Gleichzeitig investieren wir gezielt in Ausbildung und Qualifizierung. Dem Fahrermangel begegnen wir unter anderem mit Ansätzen wie unserem Fahrerhotel sowie flexiblen Arbeitszeitmodellen, die sich an den individuellen Bedürfnissen orientieren. Viele unserer Fahrer profitieren zudem von planbaren Tagesverkehren, die es ermöglichen, abends wieder zu Hause zu sein – ein entscheidender Faktor für die Attraktivität des Berufs.

Wenn Sie die Andreas Schmid Group in drei Begriffen charakterisieren müssten – welche wären das?

Leidenschaftlich. Maßgeschneidert. Verlässlich.

Und wo trifft man Sie an, wenn es nicht um Andreas Schmid und Stückgut geht?

Meine zwei Kinder und meine Frau stehen für mich an erster Stelle. Gemeinsam mit drei Generationen findet man uns am Wochenende – wann immer es die Zeit zulässt – auch gerne im Stadion, bei Spielen von Eintracht Frankfurt.