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Neues von IDS.
Wenn die Lkws ankommen, beginnt unsere Arbeit
Wer an Spedition und Logistik denkt, hat meist zuerst die Lkws auf der Straße vor Augen. Doch bevor eine Sendung ihren Empfänger erreicht, durchläuft sie zahlreiche Stationen und wird mehrfach umgeschlagen. Eine dieser zentralen Drehscheiben ist das IDS Zentral-HUB in Neuenstein. Hier sorgt Nacht für Nacht ein eingespieltes Team dafür, dass Waren zuverlässig entladen, sortiert und an das richtige Ziel weitergeleitet werden. Einer von ihnen ist Ivaylo Minkov (50). Seit 15 Jahren arbeitet er im Zentral-HUB – heute als Vorarbeiter verantwortlich für die Entladung der Lkws.
Herr Minkov, wie sind Sie zur Logistik und zu IDS gekommen?
Über eine Bekannte, die damals bereits bei IDS gearbeitet hat. Sie erzählte mir, dass im IDS HUB Leute für den Umschlag gesucht werden. Zu der Zeit arbeitete ich als Koch in der Gastronomie und wollte gerne an Wochenenden und Feiertagen frei haben. Heute schätze ich außerdem, dass ich tagsüber Termine wahrnehmen kann – zum Beispiel mit unseren beiden Söhnen. Sie sind 14 und 12 Jahre alt, meine Familie ist mir sehr wichtig.
Welche Aufgaben hatten Sie zu Beginn – und wie hat sich Ihr Weg entwickelt?
Gestartet bin ich in der Beladung und habe zunächst mit dem Hubwagen die Umschlaggüter zu den jeweiligen Toren der einzelnen Relationen gebracht. Später habe ich meinen Staplerschein gemacht, war eine Zeit lang im Vorlauf tätig und bin seit rund drei Jahren Vorarbeiter für die Entladung.
Aktuell bin ich für acht Entladeteams verantwortlich: sechs Teams mit jeweils vier Toren und zwei Teams mit jeweils drei Toren – insgesamt also 30 Entladetore, an denen Nacht für Nacht insgesamt rund 75 Lkws andocken und entladen werden.
Wie sieht eine typische Nacht für Sie aus?
Ich beginne in der Regel gegen 19.30 Uhr mit einem kleinen Team von drei bis vier Personen. Zunächst entladen wir möglichst viele Lkws, die bereits tagsüber angekommen sind.
Um 20 Uhr gibt es eine kurze Dienstbesprechung mit unserer Nachtschichtleiterin Susanne Jesinghaus und meinen beiden Vorarbeiterkollegen aus der Beladung. Ab dann rollen nach und nach die ersten Linienverkehre an.
Spätestens gegen 21.15 Uhr ist die Mannschaft komplett – dann geht es richtig los. Der letzte Linien-Lkw kommt bei normalen Straßenverhältnissen meist gegen Mitternacht, manchmal auch erst um 0.30 Uhr. Zusätzlich gibt es häufig noch Überhang-Lkws, die ebenfalls entladen werden müssen. Sind alle Lkws entladen, unterstützen wir die Kollegen in der Beladung. Feierabend ist, wenn die Halle leer ist und das letzte Tor runtergeht. Der letzte HUB-Zug sollte idealerweise gegen 2.30 Uhr abfahren.
Was sind Ihre Aufgaben als Vorarbeiter?
Meine Hauptaufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die Entladung reibungslos läuft. Ich teile die acht Entladeteams ein. Wenn ein Fahrer sich mit seinem Lkw am Terminal angemeldet hat, bekomme ich eine Info und entscheide, welches Team und welches Tor ich ihm zuweise. Dabei berücksichtige ich die Erfahrung, die Stärken und auch die Tagesform der Kolleginnen und Kollegen. Planung ist wichtig – aber in unserem Job sind vor allem Flexibilität und schnelle Entscheidungen entscheidend.
Wert lege ich darauf, dass wir ruhig und konzentriert arbeiten. Unter Druck passieren Fehler – und vor allem Unfälle. Die Zeitvorgaben sind ohnehin anspruchsvoll genug. In einer ruhigen Arbeitsatmosphäre leisten wir am Ende mehr und bessere Arbeit. Laut genug ist es in der Halle sowieso.
Kein Tag ist wie der andere?
Genau. Die Lkws sehen gleich aus, aber ihre Ladungen sind ganz unterschiedlich. Wir wissen vorher nie genau, was kommt. Deshalb müssen viele Entscheidungen – etwa die Reihenfolge der Entladung – spontan getroffen werden. Ein durchschnittlicher Lkw mit 30 bis 40 Paletten ist in etwa 20 bis 30 Minuten entladen. Das hängt stark davon ab, was für Waren geladen sind und wie der Lkw beladen wurde.
Was für Waren haben Sie normalerweise „auf der Gabel“?
Das lässt sich nicht in wenigen Worten beantworten, das ist unglaublich verschieden. Da sind Maschinen, Solarpaneele, Kühlschränke, Kabelrollen, Papier, Wein – manchmal auch Nudeln oder Motorroller. Die Vielfalt macht die Arbeit spannend.
Haben Sie auch ganz außergewöhnliche Sendungen aus einem Lkw geholt?
Ja, einige. Zum Beispiel eine drei Meter hohe Johnnie-Walker-Statue, Polizei-Motorräder, einen ganzen Traktor oder Reifen für Formel-1-Rennwagen. Kurios war auch mal ein privat verschickter Kasten Bier.
Haben Sie Kontakt zu den Fahrern?
Ja, viele Fahrer kenne ich seit Jahren. Man freut sich, wenn man sich sieht. Bei neuen oder Fahrern, die nur selten kommen, gibt es natürlich öfter Fragen – auch das gehört zum Alltag.
Wie kommen Sie mit der Nachtschicht zurecht?
Sehr gut. Nach 15 Jahren im Nachtumschlag habe ich meinen Rhythmus. Nur samstags stehe ich bewusst früher auf, damit ich nachts schlafen kann. Termine mit der Familie lege ich meist auf den Nachmittag – das passt für uns sehr gut.
Was sind die größten Herausforderungen in Ihrem Arbeitsalltag?
Ganz klar: Tempo und Prioritäten. Die Lkws müssen schnell entladen werden, besonders Garantie- und Expresssendungen müssen sofort weitergeleitet werden, damit sie pünktlich ankommen, wo sie dringend gebraucht werden.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Arbeitssicherheit und Unfallverhütung. Gerade neue Mitarbeitende brauchen hier besondere Aufmerksamkeit. Aber auch die erfahrenen Kollegen achten sehr darauf. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen – auch, weil die Lkws der einzelnen Relationen nicht immer in der gleichen Reihenfolge eintreffen.
Was mögen Sie besonders an Ihrer Arbeit?
Die Zusammenarbeit mit den Menschen. Für mich ist Teamarbeit das Schönste: wenn alle Hand in Hand arbeiten und alles läuft. Ich freue mich auch, wenn Kollegen auf mich zukommen, mich um Rat fragen oder merken, dass ich für sie da bin – beruflich wie auch persönlich. Und mir ist wichtig, dass man am Ende sieht: Hier waren Profis am Werk. Sauber entladene Lkws, sorgfältiger Umgang mit der Ware – das gehört einfach dazu.
Was motiviert Sie jeden Tag aufs Neue?
Der Sinn unserer Arbeit. Ohne uns würde vieles nicht funktionieren, ob in den Fabriken, auf der Baustelle oder in der Werkstatt. Oder Privatleute müssten länger auf ihre Waschmaschine oder den Fernseher warten. Am Ende jeder Schicht ist es ein schönes Gefühl zu wissen, dass wir dazu beitragen, dass die Ware schnell, pünktlich und sicher beim Kunden ankommt.
Was schätzen Sie an IDS als Arbeitgeber?
Wir haben einen sicheren Arbeitsplatz, erfahren viel Wertschätzung – nicht nur in schwierigen Zeiten – und unser Lohn kommt immer pünktlich. Ich habe neulich zu unserer Nachtschichtleiterin gesagt: Eigentlich verstehe ich gar nicht, warum die Leute bei uns nicht Schlange stehen. Wir sind ein tolles Team und machen tolle Arbeit – ich wünsche mir sehr, dass das so bleibt.
Bleibt genug Zeit für Familie und Freizeit?
Ja, absolut. Nachmittags unter der Woche und an den Wochenenden habe ich Zeit für meine Familie. Ich spiele Fußball mit meinen Söhnen, bringe sie zum Training oder gehe mit ihnen laufen. Das macht uns allen viel Spaß.
Und vermissen Sie Ihren früheren Beruf als Koch?
Nein. Ich liebe meine Arbeit im HUB. Kochen könnte ich ja trotzdem noch, aber meistens übernimmt das meine Frau. Wenn wir Gäste haben, dann helfe ich schon mal gerne mit.
Danke, Herr Minkov, für das gute Gespräch!
Siehe hierzu auch den Beitrag „Das IDS HUB: Stabilitätsanker in Phase großer Veränderungen“